Schlosskonzerte Kirchberg an der Jagst

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25. September 2022 17:oo Uhr „Alte Musik frisch gestrichen“ DAS KOLORIT Sophia Schambeck, Blockflöten Mariona Mateu Carles, G-Violone Rosalía Gómez Lasheras, Cembalo Leon Jänicke, Barockgitarre und Theorbe Musik von C.P.E. Bach, W.A. Mozart, Charles Burney, Antonio Vivaldi, Johann Adolf Hasse u.a. Anekdoten und Texte aus Charles Burneys Tagebüchern
Charles Burneys Europareise Vor 250 Jahren reiste der britische Musikwissenschaftler und Komponist Charles Burney (1726 - 1814) durch Europa, um sich ein Bild über den “gegenwärtigen Zustand” der Musik zu machen. Mit einem Packen Empfehlungsschreiben im Gepäck machte er sich auf und besuchte Jean-Jacque Rousseau in Frankreich, hörte den jungen Mozart in Italien und traf Johann Adolf Hasse, Carl Philipp Emanuel Bach, Voltaire und viele andere Musiker und Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Wir zeichnen mit Burneys lebhaften, teils bissigen, amüsanten und treffenden Beschreibungen seiner Erlebnisse und Musikstücken, die er tatsächlich gehört hat, ein farbenfrohes Bild des 18. Jahrhunderts.
Hier eine Kostprobe über den Besuch einer Opern-Probe in Leipzig: „Die Musik kam mir sehr natürlich vor und gefiel mir, und verdiente nach meiner Meinung viel bessre Sänger, als die gegenwärtige Gesellschaft hat; denn, die Wahrheit zu sagen, singen sie so gemein und alltäglich, als bey uns die Leute zu singen pflegen, welche weder den Vortheil eines musikalischen Unterrichts gehabt, noch jemals gute Sänger gehört haben. Sie haben gerade den kreischenden Hauch, wenn sie die hohen Noten angeben, und stossen ihn mit der vollen Stärke heraus, gleich dem starken Anschlage einer Strohfiddel … Die Instrumente machten ihre Sache schlecht; da es indessen die erste Probe war, hätten sie auf den rechten Weg gebracht werden können, wenn Herr Hiller für gut befunden hätte ein wenig zu poltern, zu lärmen und den strengen Herrn zu spielen; denn es ist eine traurige Anmerkung, daß wenigen Komponisten von einem Orchester Gerechtigkeit wiederfährt, wenn sie die Spieler nicht vorher hart angefahren und sich in ein gewisses Ansehn gesetzt haben.“ In Potsdam hat Burney die Gelegenheit, König Friedrich II. als Flötisten zu hören, wobei die Beurteilung deutlich positiver ausfällt: Die Musik begann mit einem Flötenconcerte, in welchem der König die Solosätze mit grosser [110] Präcision votrug. Seine embouchure war klar und eben, seine Finger brillant und sein Geschmack rein und ungekünstelt; ich war sehr erfreut, und sogar erstaunt, über die Nettigkeit seines Vortrags, in den Allegro’s sowohl, als über seinen empfindungsvollen Ausdruck in den Adagio’s. Kurz, sein Spielen übertraf in manchen Puncten alles, was ich bisher unter Liebhabern, oder selbst von Flötenisten von Profession gehört hatte. Se. Majestät spielten drey lange und schwere Concerte hinter einander, und alle mit gleicher Vollkommenheit.“